Fragen zu Factoring von Factoring-Experten beantwortet

Fragen zum Factoring von Experten beantwortet

Immer wieder erreichen uns Fragen zu Factoring. Die wichtigsten haben wir hier zusammengefasst und für Sie bereitgestellt.

Die wichtigsten 9 Fragen zu Factoring und 9 Antworten

Frage 1: Muss man alle Kunden ins Factoring geben?

Antwort:

Viele Factoring-Geber bieten Ihnen auch die Variante des Ausschnittsfactorings an. In dem Fall verkaufen Sie nur bestimmte Forderungen an das Factor. Sollten bestimmte Forderungen Ihrer Debitoren haben, die nicht zum Kauf angeboten werden können oder sollen, konzentrieren sich die Factoring-Anbieter auf das Machbare.

Meist wird dann ein Kundenausschnitt definiert, der Ihnen dennoch ein ausreichendes Maß an Liquidität, Sicherheit und Entlastung bietet. Die Voraussetzungen für Ausschnittsfactoring liegen neben einer Mindestanzahl anzudienender Debitoren in einem Mindesfactoringvolumen.

Frage 2: Für wen eignet sich Factoring?

Antwort:

Die Kernzielgruppe besteht aus Dienstleistungs-, Handels- und Produktionsunternehmen.

  • Unternehmen mit ausreichenden Forderungen an andere gewerbliche Abnehmer.
  • Unternehmen mit langen Forderungslaufzeiten.
  • Darüber hinaus ist Factoring ideal für Firmen mit starkem Wachstum, rasch steigenden oder stark schwankenden Umsätzen, da hier die umsatzkongruente Finanzierung besondere Bedeutung hat.

Auch an jene mittelständische Unternehmen, die über nur knappe Kapitalressourcen verfügen und eine geringe Eigenkapitalquote vorweisen.

Ebenso bei Handelsunternehmen, deren Bilanz aktivseitig im Wesentlichen von Forderungen und dem Lager dominiert wird und daher wenig Sicherheiten anbieten können.
Zugleich wird Factoring auch von Unternehmen genutzt, die sehr stark von einzelnen Debitoren und deren Zahlungsverhalten abhängig sind, wie beispielsweise im Discounterbereich oder in der Automobil- und Luftfahrtzulieferindustrie.
Ebenfalls kann Factoring bei Neugründungen sowie Insolvenzen Möglichkeiten finden.

Frage 3: Was sagen Kunden wenn ich meine Forderungen verkaufe?

Antwort:

Immer mehr Unternehmen verschaffen sich durch Factoring zusätzliche Liquidität und Schutz vor Zahlungsausfällen. Seriöse Anbieter arbeiten nur mit Unternehmen zusammen, die eine positive Geschäftsentwicklung vor sich haben. Es ist daher ein Gütesiegel für wirtschaftlichen Erfolg.

Früher hielt sich oft das falsche Gerücht, indem behauptet wurde:
Wer seine Forderungen verkaufen muss, dem muss es ja ganz schön „dreckig“ gehen!?
Diese Behauptung ist falsch!

Richtigstellung:

Factoring wird meist nur „gesunden“ Unternehmen angeboten, die eine stabile und wiederkehrende Kundschaft mit gewerblichen Abnehmern haben. So wird Factoring auch als „Gütesiegel für Unternehmen“ angesehen.

Ebenfalls nutzen Firmen Factoring mit starkem Wachstumspotenzial.
Durch wiederkehrenden Forderungsverkauf wächst Ihre Liquidität kongruent zu Ihrem Umsatz. Somit werden Geld-Kapazitäten für neue Investitionen oder zum Abbau von Verbindlichkeiten freigesetzt.

Die sogenannten „Lieferantenkredite“ gehören dadurch der Vergangenheit an, weil diese nicht mehr vorfinanziert werden müssen. Ihre Aussenstände werden auf ein Minimum reduziert.

Ihre Kunden erfahren von der Zusammenarbeit mit einem Factoring-Unternehmen durch den Vermerk (Zessionstext) auf Ihren Rechnungen, dass die Forderung an einen Factor abgetreten sind. Sie nutzen ab sofort die Vorteile eines modernen Finanzierungsinstruments. Ihre Kunden wissen nun, dass Sie stark expandieren und den Teil der Debitorenbuchhaltung ausgelagert haben. Für Ihre Kunden ändert sich nichts, außer dass die Rechnungsbeträge auf das Konto des Factors zu zahlen sind.

Frage 4: Wie viele Firmen in Deutschland nutzen Factoring?

Antwort:

Mehr als 44000 Unternehmen (Stand 2019) in Deutschland sichern inzwischen ihre Liquidität mittels Factoring. Und jedes Jahr werden es mehr.
Mit konstanten Zuwachsraten gehört Factoring zu den Branchen mit sehr hoher Dynamik.

Der Factoringmarkt in Deutschland ist zukunftsträchtig.

Vergleicht man den deutschen Factoring-Markt mit dem Ausland, so liegen Länder wie England, Italien oder Frankreich in der Anwendung weit vorne.

Frage 5: Wie schnell bekomme ich beim Factoring mein Geld bezahlt?

Antwort:

Nach erbrachter Leistung stellen Sie wie gewohnt Ihre Rechnungen an Ihre Kunden. Parallel übermitteln Sie elektronisch oder per Fax sämtliche Rechnungskopien an den Factor. Innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach Eingang der Rechnung werden 80 bis 95 Prozent der Forderung gutgeschrieben.

Die verbleibenden Prozente dienen zunächst als Sicherungseinbehalt im Fall von Rechnungskürzungen des Debitors beziehungsweise zur Absicherung der Eigenbeteiligungsquote bei Forderungsausfall. Dieser Einbehalt wird wiederum, abzüglich einer Gebühr, innerhalb von zwei Werktagen nach vollständiger Zahlung durch Ihre Kunden an Sie ausgezahlt.

Frage 6: Wie hoch sind die Factoring-Kosten?

Antwort:
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn viele Faktoren spielen bei der Kostenkalkulation eine Rolle.

Grundsätzlich fließen folgende Kriterien zur Kostenberechnung mit ein:

  1. Gründungszeitraum des Unternehmens. Ist die Firma schon länger auf dem Markt, oder handelt es sich um ein so genanntes Start-up.
  2. Der Brutto-Jahresumsatz (Inland und Ausland) – wie hoch war der Umsatz in den vergangenen 2 Jahren, was ist der Plan für das aktuelle Jahr.
  3. Die Anzahl Debitoren – Daraus resultiert wie viele Rechnungen circa an den Factor verkauft werden.
  4. Anzahl der jährlich einzureichende Belegen und die durchschnittliche Forderungshöhe.
  5. Durchschnittliche Forderungslaufzeit – welche Zahlungsziele Kunden eingeräumt werden. Wie schnell bezahlen Debitoren die Forderungen.
  6. Die Bonität des Unternehmens – Der Factor erfährt diese Aspekt mit Einblick in die Bilanz, sowie aktuelle BWAs (Betriebswirtschaftliche Auswertungen) und andere Bonitätsunterlagen.

Ausführliche Erklärung: Was kostet Factoring?

Frage 7: Welche Möglichkeiten zur Kompensierung der Gebühren gibt es?

Antwort:

Der zeitnahe Liquiditätszufluss erhöht Ihren Spielraum und Sie können aktiv mit Ihrem Geld arbeiten. Im Einkauf können Sie wichtige Marktvorteile erzielen. So ist die Möglichkeit gegeben, in der Zusammenarbeit mit Ihren Lieferanten die zeitnahe Bezahlung der Rechnungen zuzusagen, Skonto und Preisnachlässe zu realisieren und somit Ihre Einkaufskosten zu senken. Auf der anderen Seite können Sie im Rahmen von Gesprächen mit Ihren Kunden über die Gewährung von Zahlungszielen bis zu 60 Tagen sprechen. Kosten für bisher gewährte Skonti fallen weg. Ihr Kundenservice steigt und Sie verfügen über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Darüber hinaus sind Sie nicht mehr mit Forderungsausfällen und Rechtskosten belastet und können zudem bestehende Bankverbindlichkeiten weiter abbauen.

Frage 8: Gibt es Unterschiede beim Factoring gegenüber Inkasso?

Antwort:

Diese Frage muss mit einem ganz klaren JA beantwortet werden. Denn Inkasso ist die Beitreibung von überfälligen Forderungen.

Inkasso bedeutet für Unternehmer, dass meist ein Inkassounternehmen beauftragt wird um die Forderungsbeitreibung zu unterstützen oder in Eigenregie durchführt. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen, ohne dass ein Zahlungseingänge garantiert werden. 

Wogegen beim Factoring die Forderungen vor Fälligkeit verkauft werden und Unternehmern, außer den normalen Gebühren, keine weiteren Kosten entstehen.

Ausführliche Erklärung Factoring vs Inkasso.

Frage 9: Worin unterscheidet sich Factoring zur Forfaitierung?

Antwort:

Eine Forfaitierung beinhaltet vertraglich konkret bestimmte Forderungen. Factoring hingegen bezieht sich auf den Kauf auch von erst später entstehenden noch unbekannten Forderungen. Dieser Unterschied kommt zum Ausdruck, wenn den Forderungsverkäufer (Forfaitist) die Veritätshaftung trifft. Bei einer Forfaitierung wird der Forfaitist schadensersatzpflichtig sofern die verkaufte Forderung nicht besteht oder nicht abtretbar ist oder sonst irgendwie behaftet ist. Hier liegt ein Fall der anfänglichen Unmöglichkeit vor, da bei Forfaitierung die mängelbehaftete Forderung nicht durch eine mängelfreie ersetzt werden kann. Beim Factoring kann man dies durch eine andere Forderung ersetzen.


Sollten Sie Fragen zu Factoring haben, stellen Sie einfach hier eine Anfrage und lassen Sie sich von den Spezialisten beraten.


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